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Die Reise der Stille

Wie innere Erfahrung, therapeutisches Wissen und Verbindung zusammenfinden

Manche Orte hinterlassen Spuren, die ein Leben lang bleiben.
Für mich begann eine dieser prägenden Erfahrungen im Jahr 1996, als ich zum ersten Mal in Indien am Arunachala stand. Dieser Berg ist mehr als ein geografischer Ort. Er trägt eine Stille in sich, die nicht leer ist, sondern weit, tragend und lebendig. Eine Stille, die mich damals tief berührt hat – und die ich bis heute in mir wahrnehmen kann. Manchmal klar und präsent, manchmal leiser und verdeckter, doch immer als inneren Referenzpunkt.

Diese Erfahrung hat mich über viele Jahre begleitet und mich immer wieder auf den Weg der Stille geführt. Ich habe zahlreiche Stille-Retreats besucht, nicht aus einem „Suchen heraus“, sondern aus dem Wunsch, diese innere Qualität zu vertiefen. Stille wurde für mich zu einem Raum des Erinnerns – an das Wesentliche, an das, was jenseits von Gedanken, Rollen und Anforderungen liegt.

Gleichzeitig führte mich mein beruflicher Weg in eine andere, ebenso bedeutsame Richtung. Als Erziehungswissenschaftlerin war mein Interesse am Menschen, an Entwicklung, Beziehung und inneren Prozessen schon früh präsent. Das Bedürfnis, tiefer zu verstehen, wie wir geprägt werden, wie wir mit Erfahrungen umgehen und wie Veränderung möglich wird, brachte mich schließlich zur Psychotherapie.

Hier begegnete mir etwas, das mein inneres Erleben mit fachlichem Wissen verband: das traumasensible Arbeiten und die Polyvagaltheorie. Das Verständnis des Nervensystems – wie es auf Sicherheit, Bedrohung, Stress und Beziehung reagiert – wurde für mich zu einem zentralen Schlüssel. Es eröffnete mir eine Sprache für das, was ich innerlich längst kannte: dass Heilung nicht durch Druck entsteht, sondern durch Sicherheit, Präsenz und Regulation.

In dieser Verbindung aus Stille und Wissen, aus innerer Erfahrung und therapeutischer Klarheit, begann sich etwas zusammenzufügen. Die äußere Reise und die innere Arbeit trafen sich. Und aus diesem Zusammenspiel entstand schließlich der Wunsch, einen Raum zu schaffen, in dem genau das möglich ist: gemeinsam wirken, gemeinsam wachsen, gemeinsam in Verbindung gehen.

Die Gründung der Online-Gruppe „Stressbewältigung im MamaAlltag“ ist aus einem tiefen Bedürfnis heraus entstanden. Dem Bedürfnis nach Verbindung – nicht als Konzept, sondern als gelebte Erfahrung. Ein Raum, in dem Menschen sich begegnen dürfen, mit dem, was sie bewegt. Ein Raum, in dem Stille ebenso Platz hat wie Worte, in dem Regulation, Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung wirken dürfen.

Was daraus für den Einzelnen entstehen kann, lässt sich nicht planen. Und genau darin liegt etwas Kostbares. Wenn wir uns verbinden, wenn wir gemeinsam wirken, öffnen sich Räume, die größer sind als wir selbst. Räume, in denen Entwicklung, Heilung und neue Wege möglich werden – getragen von Präsenz, Achtsamkeit und echter Begegnung.

Diese Reise ist für mich noch nicht abgeschlossen. Sie setzt sich fort – in jeder Begegnung, in jedem gemeinsamen Moment, in jeder Einladung zur Verbindung.

In inniger Verbundenheit, Klaudia
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